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2002: Elazar Benyoëtz

Die Jury des Joseph-Breitbach-Preises, den die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und die Stiftung Joseph Breitbach gemeinsam vergeben, hat in ihrer Sitzung vom 22. Juni 2002 die diesjährigen Preisträger Elazar Benyoëtz, Erika Burkart und Robert Menasse benannt. Der Preis des Jahres 2002 ist mit insgesamt 120.000 € dotiert und wird zu gleichen Teilen verliehen. Die Verleihung fand am 20. September 2002 in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, statt.

Begründung der Jury:
»Der seit 1939 in Jerusalem lebende Schriftsteller Elazar Benyoëtz ist bei uns bekannt geworden mit einer Reihe von Aphorismen-Sammlungen. Was seine Sinn-Sprüche, Sentenzen, Maximen so anregend macht, ist sein Gespür für die Vieldeutigkeit von Worten und die Zusammenhänge, in denen sie stehen, für verblüffende Unterscheidungen, Paradoxien, Zuspitzungen. Kennzeichnend ist das Knappe, Gedrängte, Antithetische, Spielerische, Hellsichtige, Meditative seiner Sätze. Es gelingt Benyoëtz, dem Aphorismus, der ja zunächst eine Form der Prosa ist, durch Einbildungskraft, Metaphorik, Stilwillen zugleich poetischen Charakter zu geben. Seine Bücher sind – in der Nachbarschaft zum Gedicht – außerordentliche ›Ideenparadiese‹.«

Biographie:
Elazar Benyoëtz wurde 1937 als Sohn österreichischer Juden in Wiener Neustadt geboren. 1939 emigrierte die Familie nach Jerusalem, wo er in hebräischer Sprache aufwuchs. 1957 erschien sein erster deutscher Gedichtband, seitdem lebt Elazar Benyoëtz als freier Schriftsteller. 1965 gründete er das von der Deutschen Forschungs-Gemeinschaft geförderte Archiv ›Bibliographia Judaica‹. Seit 2003 Korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt.

Auszeichnungen:
  • 1964 Artist in Residence, Berlin
  • 1988 Adelbert-von-Chamisso-Preis
  • 1997 Bundesverdienstorden für seine Verdienste um die deutsche Sprache
Veröffentlichungen:
  • Worthaltung. Sätze und Gegensätze. München: Hanser 1977
  • Eingeholt. Neue Einsätze. München, Wien: Hanser 1979
  • Vielleicht – vielschwer. Aphorismen. München, Wien: Hanser 1981
  • Treffpunkt Scheideweg. München, Wien: Hanser 1990
  • Filigranit. Ein Buch aus Büchern. Göttingen: Steidl 1992
  • Brüderlichkeit. Das älteste Spiel mit dem Feuer. München, Wien: Hanser 1994
  • Die Zukunft sitzt uns im Nacken. München, Wien: Hanser 2000
  • Der Mensch besteht von Fall zu Fall. Aphorismen. Wien: Hanser 2002