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2000: W.G. Sebald †

Die Jury des Joseph-Breitbach-Preises, den die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und die Stiftung Joseph Breitbach gemeinsam vergeben, hat in ihrer Sitzung vom 8. Juli 2000 die diesjährigen Preisträger Ilse Aichinger, W.G. Sebald und Markus Werner benannt. Der Preis des Jahres 2000 ist mit insgesamt 255.000 DM dotiert und wird zu gleichen Teilen verliehen. Die Verleihung fand am 22. September 2000 in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, statt.

Begründung der Jury:
»Mit W.G. Sebald wird ein Erzähler und Essayist ausgezeichnet, der in den letzten zehn Jahren drei große Prosabücher vorgelegt hat: ›Schwindel. Gefühle‹ (1990), ›Die Ausgewanderten‹ (1992) und ›Die Ringe des Saturn‹ (1995). Sebalds Werke erschienen in vielen Übersetzungen, begründeten seinen Ruhm im Ausland und lösten eine anhaltende Diskussion über die Nachkriegsliteratur aus. Für Susan Sontag ist er einer der eindrucksvollsten Vertreter der Gegenwartsliteratur.«

Biographie:
In Wertach/Allgäu 1944 geboren, besuchte er das Gymnasium in Oberstdorf. Es folgten zwei Jahre Studium der Literaturwissenschaft in Freiburg; 1966 erwarb er in der französischsprachigen Schweiz eine Licence in Literaturwissenschaft. 1966 für zwei Jahre Lektor an der Universität Manchester, 1968 Magister. Dann Schullehrer in St. Gallen und bis Ende 1969 wieder Lektor an der Universität in Manchester. Seit 1970 Dozent an der East Anglia University in Norwich. Habilitation 1986. Parallel zur Universitätslaufbahn veröffentlichte er zahlreiche literarische Monographien und Aufsätze, seit Ende der 80er Jahre entstand sein literarisches Werk. Dies hat in den letzten beiden Jahren vor allem in Großbritannien, den USA und Frankreich hohe Aufmerksamkeit gefunden. W.G. Sebald starb am 14. Dezember 2001 bei einem Autounfall in der Nähe von Norwich.

Auszeichnungen:
  • 1994 Berliner Literaturpreis und Johannes-Bobrowski-Medaille
  • 1997 Heinrich-Böll-Preis
  • 1997 Mörike-Preis
  • 2000 Heinrich-Heine-Preis
  • postum 2002 Literaturpreis der Freien Hansestadt Hamburg
Veröffentlichungen:
  • Carl Sternheim. Kritiker und Opfer der Wilhelminischen Ära. Stuttgart: Kohlhammer 1969
  • Der Mythos der Zerstörung im Werk Döblins. Stuttgart: Klett 1980
  • Die Beschreibung des Unglücks. Zur österreichischen Literatur von Stifter bis Handke. Salzburg, Wien: Residenz 1985
  • Nach der Natur. Ein Elementargedicht. Nördlingen: Greno 1988
  • Schwindel. Gefühle. Frankfurt am Main: Eichborn 1990
  • Unheimliche Heimat. Essays zur österreichischen Literatur. Salzburg, Wien: Residenz 1991
  • Die Ringe des Saturn. Eine englische Wallfahrt. Frankfurt am Main: Eichborn 1995
  • Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen. Frankfurt am Main: Eichborn 1992. Neuausgabe 2001
  • Logis in einem Landhaus. Über Gottfried Keller, Johann Peter Hebel, Robert Walser und andere. München, Wien: Hanser 1998
  • Luftkrieg und Literatur. München, Wien: Hanser 1999
  • Austerlitz. München, Wien: Hanser 2001
  • Außer Land. Drei Romane und ein Elementargedicht: Die Ausgewanderten. Die Ringe des Saturn. Schwindel. Gefühle. Nach der Natur. Frankfurt am Main: Eichborn 2001