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1999: Wolf Lepenies

Die Jury des Joseph-Breitbach-Preises, den die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und die Stiftung Joseph Breitbach gemeinsam vergeben, hat in ihrer Sitzung vom 3. Juli 1999 die diesjährigen Preisträger Reinhard Jirgl, Wolf Lepenies und Rainer Malkowski benannt. Der Preis des Jahres 1999 ist mit insgesamt 255.000 DM dotiert und wird zu gleichen Teilen verliehen. Die Verleihung fand am 18. September 1999 in Vaduz statt.

Begründung der Jury:
»Wolf Lepenies hat in der geschlossenen Reihe seiner Bücher über Melancholie und Gesellschaft, über das Ende der Naturgeschichte und zur Soziologie der Gesellschaft im 19. Jahrhundert einen durch die Zeitströmungen nicht zu beschädigenden Beitrag zum Selbstverständnis unserer Zivilisation gegeben. In seinem Hauptwerk hat er im Streit um die beiden Kulturen durch sein Plädoyer für die dritte, die zwischen Literatur und Wissenschaft stehende Soziologie, eine zwingende Lösung vorgeschlagen. Glänzend in der Argumentation, die Erkenntnis an Anschauung und Wort gebunden, haben seine Werke den Rang hoher Literatur. Er steht in der von ihm bewunderten Tradition der französischen Moralisten. Einem ihrer größten, dem Kritiker Sainte-Beuve, hat er sein schönstes und persönlichstes Buch gewidmet.«

Biographie:
Wolf Lepenies, geboren 1941, 1986-2001 Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin, Professor für Soziologie an der Freien Universität Berlin. Mitglied der American Academy of Arts and Sciences, der Académie Universelle des Cultures, Paris, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Academia Europaea, London, des Aspen Institute Berlin, der Deutschen Nationalstiftung, der Royal Swedish Academy of Sciences und der Royal Swedish Academy of Literature, History and Antiquities, beide Stockholm, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Fritz-Thyssen-Stiftung, Köln, Beiratsmitglied des International Institute for Advanced Study in Kyoto und Trustee der Central European University, Budapest. 1991/92 lehrte Wolf Lepenies am Collège de France auf der Chaire Européenne.

Auszeichnungen:
  • 1984 Alexander von Humboldt-Preis für französisch-deutsche Wissenschaftskooperation
  • 1986 Kulturpreis der Stadt Koblenz
  • 1988 Karl-Vossler-Preis
  • 1998 Leibniz-Ring Hannover
  • 1998 Forschungspreis für Romanistische Literaturwissenschaft der Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg
  • Offizier der Französischen Ehrenlegion
  • Ehrendoktor der Sorbonne
  • 2000 Theodor-Heuß-Preis
  • 2003 Leibniz-Medaille der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • 2006 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
Veröffentlichungen:
  • Melancholie und Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1969
  • und mit einer neuen Einleitung: Das Ende der Utopie und die Wiederkehr der Melancholie. Ebda.1998
  • Das Ende der Naturgeschichte. Wandel kultureller Selbstverständlichkeiten in den Wissenschaften des 18. und 19. Jahrhunderts. München, Wien: Hanser 1976
  • Die drei Kulturen. Soziologie zwischen Literatur und Wissenschaft. München, Wien: Hanser 1985
  • Autoren und Wissenschaftler im 18. Jahrhundert. Linné, Buffon, Winckelmann, Georg Forster, Erasmus Darwin. München, Wien: Hanser 1988
  • Gefährliche Wahlverwandtschaften. Essays zur Wissenschaftsgeschichte. Stuttgart: Reclam 1989
  • Folgen einer unerhörten Begebenheit. Die Deutschen nach der Vereinigung. Berlin: Siedler 1992
  • Aufstieg und Fall der Intellektuellen in Europa. Frankfurt am Main, New York: Campus 1992
  • Sainte-Beuve, Auf der Schwelle zur Moderne. München, Wien: Hanser 1997
  • Benimm und Erkenntnis. Über die notwendige Rückkehr der Werte in den Wissenschaften. Zwei Vorträge. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1997
  • Viele seiner Publikationen sind ins Englische, Französische, Japanische, Portugiesische, Spanische und Schwedische übersetzt worden.