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1999: Reinhard Jirgl

Die Jury des Joseph-Breitbach-Preises, den die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und die Stiftung Joseph Breitbach gemeinsam vergeben, hat in ihrer Sitzung vom 3. Juli 1999 die diesjährigen Preisträger Reinhard Jirgl, Wolf Lepenies und Rainer Malkowski benannt. Der Preis des Jahres 1999 ist mit insgesamt 255.000 DM dotiert und wird zu gleichen Teilen verliehen. Die Verleihung fand am 18. September 1999 in Vaduz statt.

Begründung der Jury:
»Reinhard Jirgl hat Jahre des erzwungenen Schweigens genutzt, um in seinen Romanen und Erzählungen eine vorher nicht gekannte Intensität der Darstellung zu erreichen, für die der Schrecken des Erlebens und das Staunen vor dem Neuen gleiche Herausforderungen sind. ›Abschied von den Feinden‹ und ›Hundsnächte‹ erzählen die aufgewühlte Geschichtslosigkeit im Übergang der einen in die andere deutsche Gesellschaft. Ins apokalyptische gesteigert, öffnet seine Prosa, in der sich die Literatur dem kollektiven Vergessen zu widersetzen weiß, den Blick kritisch für neue Ufer. Seit Hans Henny Jahnn hat niemand ein so loderndes Vertrauen in die rettende Macht der Sprache und des Gedankens wie dieser Autor.«

Biographie:
Reinhard Jirgl wird 1953 in Ost-Berlin geboren und wächst bei seinen Großeltern in einer Kleinstadt in der Altmark auf. 1964 kehrt er zu seinen Eltern zurück, die beide als Dolmetscher in Berlin leben. Nach Abschluß der zehnklassigen Oberschule holt er, in Verbindung mit einer Ausbildung als Elektromechaniker, in Abendkursen das Abitur nach. 1971 schreibt er sich an der Humboldt-Universität, Berlin, für das Studium der Elektrotechnik ein, das er 1975 als Hochschulingenieur abschließt. In diese Zeit fallen seine ersten Schreibversuche. 1978 bis 1995 arbeitet er als Techniker an der Volksbühne Berlin. Seit 1996 freier Schriftsteller.

Auszeichnungen:
  • 1993 Alfred-Döblin-Preis
  • 1994 Marburger Literaturpreis
  • 1998 Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung und Johannes-Bobrowski-Medaille
  • 2003 Kranichsteiner Literaturpreis
  • 2003 Rheingau Literaturpreis
  • 2004 Eugen-Viehof-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung von 1859
  • 2004 Dedalus-Preis für Neue Literatur 2004
  • 2005 Bremer Literaturpreis 2006
Veröffentlichungen:
  • MutterVater. Roman. Berlin, Weimar: Aufbau 1990
  • Überich. Protokollkomödie in den Tod. Frankfurt am Main: Jassmann 1990
  • Im offenen Meer. Schichtungsroman. Hamburg: Luchterhand 1995 (Titel wurde vom den Hanser Verlag übernommen)
  • Das obszöne Gebet. Totenbuch. Frankfurt am Main: Jassmann 1992
  • Abschied von den Feinden. Roman. München: Hanser 1995
  • Hundsnächte. Roman. München: Hanser 1997
  • Die Atlantische Mauer. Roman. München: Hanser 2000
  • Genealogie des Tötens. Trilogie. München: Hanser 2002
  • Die Unvollendeten. Roman. München: Hanser 2003
  • Abtrünnig. Roman. München: Hanser 2005