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Joseph Breitbach legte testamentarisch am 24. Oktober 1977 fest, einen Preis für deutschsprachige Schriftsteller zu stiften. Dieser sollte jährlich von der ihm eingerichteten Stiftung in Zusammenarbeit mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur ausgerichtet werden.
Joseph Breitbach, der selbst nicht deren Mitglied war, hat sich nie näher dazu geäußert, warum er ausgerechnet die Mainzer Akademie mit dieser Aufgabe betraute. Es sprechen jedoch einige Gründe für diese Entscheidung.
Für den gebürtigen Koblenzer Breitbach ist ein Aspekt sicherlich die Nähe von Mainz zu seiner Heimatstadt; eine vergleichbare unabhängige Institution, die seine Absichten umsetzen konnte, findet sich in der näheren und weiteren Umgebung von Koblenz nicht.

Vor allem aber besitzt die Mainzer Akademie als einzige der sieben deutschen Wissenschaftsakademien neben der Mathematisch-naturwissenschaftlichen und der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse eine Klasse der Literatur. Diese besondere Konstellation ist Alfred Döblin zu verdanken, der 1949 bei der Gründung die Chance sah, in Mainz die Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie fortzuführen – hier sollten nach Vorbild der Academie Francaise Dichter und Schriftsteller Gelegenheit haben zusammen mit den Vertretern der anderen Disziplinen in einen fruchtbaren Dialog zu treten.
Zu einigen Mitgliedern dieser Klasse hatte Breitbach Kontakt, so korrespondierte er mit Hans Erich Nossack, mit dem er sich über literarische Probleme, und über Fragen der Förderung des literarischen Lebens austauschte. Mit dem in Paris lebenden Robert Minder, einem engen Freund von Alfred Döblin und seit 1951 Mitglied der Akademie, versuchte Joseph Breitbach den deutsch-französischen Dialog in Gang zu bringen. Hans Bender, von 1968 bis 1974 Vizepräsident der Klasse der Literatur, hielt 1975 bei der Verleihung des Kunstpreises des Landes Rheinland-Pfalz die Laudatio auf ihn.
Als Breitbach seinen letzten Willen formulierte, war er sich also durch diese Kontakte der Aufgaben und der Möglichkeiten der Akademie bewußt.

Es war ihm stets ein Anliegen, Künstler, sei es Schriftsteller, Musiker oder Bildende Künstler, zu fördern – er unterstützte sie zu Lebzeiten großzügig und versuchte so auch, materielle Not zu lindern. Die Statuten, die er für die Vergabe des Preises festgelegt hat, sehen so auch ausdrücklich die Förderung junger Schriftsteller vor.
Diese Vorstellungen Breitbachs stimmen mit der Aufgabenstellung der Akademie überein, in deren Satzung festgelegt ist, der Pflege der Wissenschaft und der Literatur zu dienen und das kulturelle Erbe zu fördern und zu bewahren.
So übernehmen wir gerne seit 1998 die Aufgabe im Bereich der Literatur, in der Jury und bei der Ausrichtung des immer noch höchstdotierten Preises für deutschsprachige Literatur mitzuwirken. Die Liste der Preisträger – einige von ihnen erhielten später andere bedeutende Auszeichnungen – spricht für sich.

Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll
Präsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur

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